wirtschafts_krise

Die Flucht des Kapitals

Dienstag 15. Mai 2012 von Martin

So ganz nebenbei erwähnte die Presse ein nicht ganz uninteressantes Detail zur ökonomischen Krise Griechenlands: „In den griechischen Banken ist so gut wie kein Eigenkapital mehr übrig“, sagte der Finanzfachmann Gros am Montag im Gespräch mit der „Presse“ und anderen internationalen Medien. „Gleichzeitig hat die Europäische Zentralbank diesen Banken schon rund 130 Milliarden Euro gegeben. So kann sie aber nicht weitermachen. (…) Dieses Geld aus Frankfurt fließt, bildlich gesprochen, bei der einen Tür der griechischen Banken herein und hält sie zahlungsfähig. Doch bei der anderen Tür tragen es die Kunden derselben Banken hinaus. Seit Monaten ziehen vor allem wohlhabendere Griechen aus Angst vor dem Bankrott ihrer Banken Milliardenbeträge ab, um sie auf Schweizer Konten oder in Londoner Eigentumswohnungen zu stecken. Genaue Zahlen über diese Kapitalflucht gibt es nicht. Gros schätzt, dass seit Beginn der Schuldenkrise mindestens 50 Milliarden Euro das Land verlassen hätten.1

Das bedeutet, dass die Kapitalflucht fast 40% der Stützungen durch die EZB ausmachen. Während die Massen in Griechenland den Sparprogramme der Regierung nicht entfliehen können, können die Reichen ihr Geld außer Landes schaffen. Das ist, wenn überhaupt ein Kavaliersdelikt. Denn an aller erster Stelle darf das kapitalistische Privateigentum nicht angetastet werden – auch wenn hier der individuelle Nutzen in Konflikt mit dem der Volkswirtschaft steht. Es sind offensichtlich die Produktionsverhältnisse, die der Nutzung der Produktionswiese im Wege stehen.

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Die Lösung der Schuldenkrise durch die Inflation und ihre Hysterie

Sonntag 13. Mai 2012 von Martin

Die Enteignung der Sparer hat längst schon begonnen“ machte sich Josef Urschitz von der Tageszeitung Die Presse, unlängst Sorgen. Aufhänger des Leitartikels war der vielbeachtete Sager der deutschen Bundesbank aus dem Munde deren Herrn Ulrichs, dass Deutschland „eher überdurchschnittliche Inflationsraten ausweisen werde1 In der Tat für die Bundesbank ein ungewöhnliches Zitat. Anderseits wird seit längerem sowohl von den USA als auch vom IMF Stimmung für eine relaxte Geldpolitik der EBZ gemacht, was im Endeffekt auch auf eine höhere Inflationsrate hinauslaufen kann. Hr. Urschitz rekapitulierte auch richtigerweise, dass Jens Ulrich eigentlich nur noch den Vollzug meldet, nachdem die EZB in den letzten Jahren ihre Bilanzsumme auf drei Billionen EUR aufgebläht hatte um damit entweder direkt Staatsanleihen europäischer Länder zu kaufen oder aber den Banken soviel billiges Geld aufzudrücken, dass diese – quasi als Strohman der EZB – Staatsanleihen kaufen. Das Risiko eines Ausfalles ist durch die hohe Zinsdifferenz zwischen EZB-Kredit und Rendite der Staatsanleihen bereits eingepreist. Damit könnte das zutreffen, was wir in wirtschafts_krise Nr. 1 ausgeführt haben: Die europäische Schuldenkrise wird en passant durch das Weginflationieren gelöst. So nun auch Herr Urschitz in seinem Kommentar: „Wenn die Euro-Notenbanken die Inflationsleine nun lockerer lassen, dann ist klar, wer die Krise bezahlen wird: Sparer und Anleihezeichner. Und wer davon profitieren wird: Schuldner aller Art, am meisten der Staat. Wobei man sich nicht von abwiegelnden Aussagen à la „ein bisschen Inflation“ beruhigen lassen sollte: Der Enteignungseffekt der Teuerung ist auch bei unspektakulären Raten enorm. Eine reale Inflation von sechs Prozent etwa stutzt den Wert eines Tausenders (ohne dass das dessen Besitzer besonders auffällt) in fünf Jahren auf 747 und in zehn Jahren auf 558 Euro. Den realen Wert eines Tausenders Staatsschulden natürlich auch. Da wird man wohl nicht lange raten müssen, wie die Sanierung wirklich ablaufen wird.“2

In diesen Fällen herrscht zwischen uns marxistischen Ökonomen und den ultraliberalen Enkelkindern von Ludwig von Mises in der Hainburgerstraße Nr. 33 seltene Einigkeit: In letzter Konsequenz druckt hier der Staat einfach mehr Geld, der klassische Anlass für eine nennenswerte Inflation.

Indes, damit endet bereits wieder die Einigkeit. Denn die Inflationshysterie der Presse konnte bereits mitten während der Weltwirtschaftskrise 2008/09 und den damaligen Bankenrettungsprogrammen beobachtet werden. Mittlerweile sind jedoch ganze drei Jahre ins Land gezogen und zumindest offiziell waren wir noch immer nicht über 3,5%. das unvollständige Nachziehen der Inflationsrate hinter der in die Ökonomie hinein gepumpten immensen Geldmenge muss aber irgendwie erklärt werden. Hier stehen sich die Mises-Schüler mit ihrer eigenen Theorie irgendwie im Wege. Denn offensichtlich ist nicht die abstrakte Menge von Geld gegenüber den Waren ausschlaggebend, sondern ob diese Geldmenge effektiv in die Produktionsschlacht geworfen wird. Das ist bei in einem Jahr der Rezession im Eurogebiet wie eben 2011 aber nicht der Fall. Die Banken verwenden die Summen als Liquiditätspolster, aus Angst vor einer Liquiditätskrise, wie sie sich 2011 ja auch beim kontrahierten Interbankenkreditmarkt ankündigte. Recht wenig wurde von den Scheinchen der Industrie selbst weitergereicht – erst das wäre relevant, damit die Sache auf den Letztmarkt gelangt. Freilich hätte die Industrie auch mit einer entspannten Kreditpolitik der Banken wenig investiert und lieber einen Aufschwung der Konjunktur abgewartet.3

Bleibt als Inflationsagent die Ausgabenpolitik der öffentlichen Hand. Aber obwohl die EZB in Wirklichkeit auf Geheiß der Politik die Staaten mit dem direkten oder indirekten Kauf von Staatsanleihen unterstützte, wird diese Unterstützung heutzutage weniger dazu verwendet, um als Endkonsument aufzutreten, sondern um überhaupt Schulden begleichen zu können. Statt Ausgeben stehen ja Sparpakete in ganz Europa an der Tagesordnung. Was natürlich nach wie vor geht, sind die Exporte in Drittländer.

Die Inflationshysterie der Presse war getragen von der Sorge kleiner Aktienhalter und Sparer – zu denen vermutlich die Redakteure auch persönlich gehören und da sie rechnen können, können sie ihren Realzinsverlust ausrechnen. Für alle anderen kleinen Leute – das sind sehr viele obwohl die Presse dies aus bürgerlicher Gesinnung heraus gar nicht wahrnimmt – sind Aktien, Fondssparen, ja selbst konventionelles langfristiges Sparen nicht wirklich persönlich relevant. Diese Leute spüren die Inflation nur beim täglichen Einkauf.

Nun sagt Herr Urschitz überraschenderweise auch, dass die offizielle Inflation so oder so Blödsinn sei, die reale sei viel höher: „Wie übrigens auch jeder, der seine täglichen Einkäufe selbst erledigt. Denn die Teuerungsrate ist in Wirklichkeit derzeit schon gut doppelt so hoch wie der offiziell ausgewiesene harmonisierte Konsumentenpreisindex. Die wirklichen Werte liefern uns neuerdings berechnete Teilindizes wie etwa die „gefühlte Inflation“ in Deutschland und der „Wocheneinkauf“ in Österreich. Da sehen wir, dass die „erlebte“ Teuerung schon lange dramatisch von den schöngerechneten Indizes der Statistikämter abweicht. In Deutschland und Österreich dürfte die „echte“ Teuerung derzeit zwischen vier und fünf Prozent liegen. Dass die EZB ihre Stabilitätslüge (Inflationsziel zwei Prozent) bisher aufrechterhalten konnte, verdankt sie kreativen „Optimierungen“ bei der Berechnung der offiziellen Teuerungsraten. Etwa der seit zehn Jahren üblichen „hedonischen“ Berechnung, bei der von den tatsächlichen Preisen Abschläge für Qualitätsverbesserungen abgezogen werden. Oder dem „Surrogatansatz“, der darin besteht, dass man Produkte mit größerer Teuerung im Warenkorb einfach gegen preisstabilere austauscht. Meister aller Klassen sind da übrigens die Amerikaner, die bei der Berechnung ihres realen BIPs die „Kerninflation“ heranziehen. Da sind die schnell steigenden Preise für Nahrungsmittel und Energie nicht enthalten. Weil Öl und Essen ohnehin niemand braucht, nicht wahr?4

Genau das hat ja die Arbeiterbewegung schon immer vermutet: Die für Arbeitnehmerhaushalte relevante Inflation war immer viel höher als jene Werte, mit denen die Industrie und die Wirtschaft bei den Kollektivvertragsverhandlungen in der ledernen Aktentasche daherkommen. Auf ein Wort, Herr Urschitz: bei der nächsten Kollektivvertragsverhandlung werden wir die Presse daran erinnern. Das wird lustig. Im Gegensatz zu den bürgerlichen Sorgen, dass die Inflation den Besitz hinwegrafft, haben die Habenichts dieser Welt eher die Sorge, dass das tägliche Leben teurer wird. Hier geht es nicht um Besitz, sondern darum, dass die Lohn- und Pensionsverhandlungen mit neuer Härte geführt werden müssen und die reale, „gefühlte“ Inflation mehr als abgegolten wird.


1Die Presse, 11.5.2012, Seite 1

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Holt der Süden wirklich auf (2)

Mittwoch 9. Mai 2012 von Martin

Aus dem Inhalt:

“Teil II: Auswertung

4. Unterschiedliche Interpretationen

Statistisch gesehen, können unterschiedliche Werte der Akkumulationsindices nicht unmittelbar auf ein Aufholen der Schwellenländer gegenüber den Industrieländer hindeuten. Denn der Rest an der Wirtschaftsleitung wird durch andere Arten der Warenverwendung bestimmt, etwa durch Reproduktion (etwa auf einem hohem Niveau) oder durch Revenue-Güter. Langfristig jedoch deutet nichts besser auf Wachstum des Kapitals – aber auch seiner Krisenanfälligkeit – hin, als die Akkumulation. Mit den Akkumulations-Index können wir sozusagen weitaus schärfer in die Zukunft sehen als mittels den Indices BIP oder dem bloßen Industriewachstum, von dem ja niemand weiß, wie viel auf das Konto der Reproduktion und wie viel auf das Konto der Akkumulation geht.

4.1. Akkumulation von konstantem Kapital und Kapitaltransferbilanz der FDI

… weiter lesen in  “Profitrate_12_Teil_2.pdf

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Industrieproduktion 2011Q4

Mittwoch 25. April 2012 von Martin

Hier die Quartalsaktualisierung zu

http://wirtschaftskrise.blogworld.at/2012/01/16/veranderung-industrieauftrage-gegenuber-staatsverschuldung/

und

http://wirtschaftskrise.blogworld.at/2011/12/12/chart-der-woche-industrieauftrage-gehen-zuruck/:

klick auf das image um die Originalgröße in deinem Browser zu laden

Die gegenüber dem Quartal Q3 zurückgegangene Abnahme der Industrieproduktion (hier wie immer ohne der Baubranche) spricht für die in  http://wirtschaftskrise.blogworld.at/2012/01/16/veranderung-industrieauftrage-gegenuber-staatsverschuldung/ diskutierte These der Lagerfüllung.

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Geographie der Weltbank

Freitag 13. April 2012 von Martin

In ihrem World Development Report 2009 führte die Weltbank einen Bezugrahmen für wirtschaftspolitische Incentives im weitesten Sinne ein. Ein Fortschritt? Ein Rückschritt?

Lesen Sie hier: Martin Seelos, Reshaping_worldbanks_modelling.pdf (8 Seiten)

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Qualitäts-Check durch SeitTest

Samstag 7. April 2012 von Martin

Der Blog http://wirtschaftskrise.blogworld.at bekam folgendes Zertifikat:

SeitTest-Zertifikat

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Was sagt der Ölpreis?

Donnerstag 5. April 2012 von Martin

Brent Crude Oil Spot Price Chart

Brent Crude Oil Spot Price data by YCharts

Der Rohölpreis (Brent) lag letzte Woche bei 124,55 USD. Erst recht in Europa, das ja durch den aktuell niedrigen Euro-Kurs zum Dollar teuer Öl einkauft, kommen Erinnerung an das Top-Preis Jahr 2008 hoch: „Kürzlich kostete ein Fass Rohöl (je 159 Liter) noch 128 Dollar – der Höchststand seit der Krise im Jahr 2008.1 Genau genommen müsste es heißen: Vor der Krise. Denn mit der Weltwirtschaftskrise 2008/09 verfiel der Preis wieder erwartungsgemäß. Der hohe Ölpreis war zuletzt ein Aspekt des Konjunkturbooms. Bloß 2012 haben wir in Europa keinen Boom, sondern eine schwache Konjunktur, die zumindest im Herbst 2011 sogar nach neuerlicher Rezession gerochen hat. Ein weiteres Indiz wäre der Goldpreis, der ebenfalls nicht gefallen ist und sich konterzyklisch zum Ölpreis verhalten müsste. Aber nicht mehr tut.

Anderseits ist weltweit gesehen 2012 kein definitiv schlechtes Konjunkturjahr. Das sieht bloß aus europäischer Perspektive anders aus. Die Entwicklung des Ölpreises ist von einer Reihe von Faktoren abhängig. Da sind zum einen politische Krisen (Libyen, Syrien, Sudan), die die Angebotsstruktur verändern. Dazu gehören auch die Wohlfahrtsausgaben Saudi Arabiens und die aktuellen Budgetprobleme der Russischen Föderation.

Anderseits wiederum müsste einmal an Hand der empirischen Zahlen überprüft werden, ob das Angebot im Verhältnis zum Welt-BIP tatsächlich gefallen ist. Wir tippen eher auf: nein.

Also, so die konventionelle Logik, muss die Rohstoffspekulation die Hände im Spiel haben. Aber die Spekulation setzt sich nur dann auf ein Veranlagungsobjekt, wenn ein Preisanstieg erwartet werden kann.

Interessanter ist da schon die Frage, ob es nicht etwas anderes zu veranlagen gibt und woher der Druck, dies zu tun, komme. Hier sind wir also bei einem Faktor, der zwischen Angebot und Nachfrage steht und das Rennen bestimmt. In diesem Fall: Die expansive Geldpolitik der FED und der EZB. Letztere drückte den Banken billigste Kredite auf, die diese nicht so recht zu gebrauchen wussten, wie es aus der Branche heißt. Manche deponierten die Milliarden gleich wieder bei der EZB mit anderer Laufzeit und Zinssatz, 3 % sollen überhaupt vorzeitig an die EZB zurückgezahlt werden. Der Rest? Nur eines ist sicher, die Industrie wurde nicht mit zusätzlichen Geschäftskrediten versorgt. Einerseits aus Vorsicht vor der schlechten Konjunktur anderseits wegen der schlechten Konjunktur, wenn Sie dieses clevere Wortspiel verstehen – Auflösung demnächst auf dieser Seite.

Ist das des Pudels Kern: Zu viel Geldkapital bei schlechter Konjunktur, da kann einiges nur in Rohstoffwerte angelegt werden? Wetten Sie mit!

1Die Presse, 21. März 2012, Seite 1

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Holt der Süden wirklich auf? (1)

Dienstag 27. März 2012 von Martin

“Die globale Verlagerung der Akkumulation von konstantem Kapital
I. Teil: Empirischer Befund
1. Fragestellung
Im Folgendem wollen wir uns die Verlagerung der Akkumulation von Kapital weltweit ansehen. Die Fragestellung dahinter ist, ob die bekannte Schwerpunktverlagerung des Welt-BIP von den westlichen Industrieländer zu den Schwellenländern – vgl. Chart 1, wonach die Schwellen- und Entwicklungsländer ab 2012 einen größeren Anteil der Weltproduktion erwirtschaften als der Westen – ein „nominaler“ Effekt ist, der auf die Schwellenländer begünstigende Berechnungsmethoden wie PPP oder auf kurzfristigen Kapitalimport via FDIs oder ähnliches mehr beruht … oder ob es sich um eine dauerhafte, reale Verlagerung von produktiven Kapital handelt” …

… weiter lesen in  “Profitrate_12.pdf

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Die Welt der FSG

Dienstag 20. März 2012 von Martin


Hier zeigen wir, wie die Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen im ÖGB (FSG) auf Sparpaket und Schuldenkrise reagiert.

Die inneren Widersprüche des Weltbildes der FSG schwächen real den ÖGB und unseren Sozialstandard.

Hier lesen (5 Seiten, pdf): Die Welt der FSG

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Zur Verstaatlichung der Volksbanken AG

Dienstag 28. Februar 2012 von Martin

Teilverstaatlichung die ÖVAG – auf leisen Schritten in die Gläubigerkrise

Die österreichische Bundesregierung hat ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Finanzmarktsstabilität beschlossen. Es soll das solide heimische Bankensystem nachhaltig vor den Auswirkungen der globalen Finanzkrise schützen1 hieß es vor mehr als 3 Jahren zu Beginn der Wirtschaftskrise. Damals bezeichneten sich die Banken als „solide“. Das wird wohl heute so niemand mehr behaupten.

Das Maßnahmenpaket sah Kreditausfallhaftung und den Erwerb von stimmrechtslosen Aktien (Partizipationskapital) des Staates bei den Banken vor. Realiter stieg damit die Republik bei den Banken ein, die dafür Zinsen bezahlen sollten. Die Banken hatten das Recht, das Partizipationskapital dem Staat zu einem frei gewählten Zeitpunkt zurückzuzahlen. Das öffentliche Publikum bekam 2008/2009 zu hören: „Auch mit dem Mittel der Verstaatlichung? Derzeit sehe er keine Hinweise, dass nach der Kommunalkredit noch eine Bank verstaatlicht werden müsse, sagte Pröll. Eine Verstaatlichung sei das allerletzte Mittel, „das wir so lange wie möglich hinauszögern werden. Sonst haben wir nach der Krise wieder das Gespenst der Staatswirtschaft“, meinte Pröll. Der Finanzminister geht davon aus, dass die Banken das aufgenommene staatliche Partizipationskapital mit acht bis neun Prozent verzinsen können. Somit werde das Ganze also sogar ein Geschäft für den Staat.2 Ein gutes Geschäft für den Staat also.

Es wurde aber kein gutes Geschäft für den Staat. Denn weder die Kommunalkredit, noch die Hypo Alpe Adria, noch die Volksbanken (ÖVAG) konnten die Dividende für das Partizipationskapital bezahlen und mussten im Gegenzug weitere Staatshilfen aufsaugen bzw. gleich verstaatlicht werden.

Seit heute ist bekannt, dass der Staat 40 Prozent der ÖVAG-Anteile übernehmen wird und eine Kapitalerhöhung in der Höhe von 250 Mio. EUR zeichnen wird.

Insgesamt kostet dem Steuerzahler die Rettung der ÖVAG mindestens:

  1. das alte, vermutlich nicht zurückzahlbare Partizipationskapital in der Höhe von 1 Mrd. EUR.

  2. nicht bezahlte Dividenden daraus: 2009 und 2010 wären dies 279 Mio. EUR gewesen, also bis inklusive 2012 vielleicht eine halbe Milliarde EUR.

  3. Von der Position i) verliert der Bund 700 Mio. EUR offiziell als Abschreibung. Man darf aber davon ausgehen, dass auch der Rest nicht zurückbezahlt wird.

  4. die nun geplante Kapitalerhöhung von 250 EUR.

Von der Schulden- zur Gläubigerkrise

Insgesamt handelt es sich also um mehr als 1,7 Mrd. EUR, die die öffentliche Hand der ÖVAG zuschießen muss. Dabei wird es nicht bleiben. Denn von der Geschichte der Hypo Alpe Adria und der Kommunalkredit wissen wir, dass marode Banken wie Fässer ohne Boden sind. Von den 8 größten österreichischen Banken hat es mittlerweile bereits 3 „erwischt“, mit einer Bilanzsumme von insgesamt 150 Mrd. Euro (das war der Stand 2007)3. Das ist mehr als die Hälfte der Bruttoinlandsproduktes (BIP) der Republik Österreichs!

Man kann also ohne Übertreibung und ruhigen Gewissens bilanzieren, dass sich die Schuldenkrise der österreichischen Schuldner in eine Gläubigerkrise umgewandelt hat. Die Schuldenkrise betrifft in diesem Fall nicht Staatsanleihen, sondern die der Schuldner der österreichischen Banken in Osteuropa. Alle öffentliche Aussagen, die in den letzten Jahren das Gegenteil beteuerten, waren wohl mehr vom Patriotismus als von Wahrheitsliebe gesteuert: Ein Halbsatz eines Wirtschaftsnobelpreisträgers über Österreich sorgte für Zurückschießen auf breitester Front: “Island und Irland geht es ziemlich schlecht, Österreich könnte sich dieser Liga als drittes Land anschließen”, sagte der Princeton-Ökonom, New York Times-Kolumnist und Buchautor Paul Krugman in einem Gespräch mit Journalisten Anfang dieser Woche. “Absolut absurd” nannte diese Aussage Österreichs Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll daraufhin am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. Bereits am Vorabend ließ auch Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny wissen: “Die Bonität des Staates und der österreichischen Banken steht außer Zweifel. (…) Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Gewerkschaftsbund reagierten verschnupft. WKO-Präsident Christoph Leitl ließ etwa wissen: “Ich habe die Ferndiagnosen über Österreich langsam satt.” Pröll nannte Krugmans Aussagen weiters “unqualifiziert4.

Vielleicht waren die Beteuerungen von Pröll und Leitl unqualifiziert. Jedenfalls gibt es einen roten Faden, eine Spur, die als potentielles Umschlagen der Schuldenkrise in eine Gläubigerkrise definiert werden kann. Siehe dazu die Beiträge unter http://wirtschaftskrise.blogworld.at/category/weltwirtschaftskrise/glaubigerkrise-weltwirtschaftskrise/

Wie auch immer, wenn es aber heißt „“Die Bonität des Staates und der österreichischen Banken steht außer Zweifel“, dann ist es schon komisch, dass wir für das Außerzweifeln immer wieder zur Kassa gebeten werden. Das bedeutet, dass für die exzessive Expansion österreichischen Bankenkapitals in den 1990er und 2000er Jahren nun die Öffentlichkeit zahlen darf. Wenn wir zudem den Verlust des Triple-A auf die Banken-Gefährdung zurückführen – und das scheint so ziemlich der Punkt an der Sache zu sein – so gehen seit Beginn der Weltwirtschaftskrise mittlerweile 2 Sparpakete (2010 und 2012) letztlich auf die hiesige marode Bankenlandschaft zurück: 22,7 Mrd. EUR 2010 und 27 Mrd. EUR 2012. Und immerhin hatte der Bundeskanzler 2010 behauptet: Bis 2013 kein 2. Sparpaket5 Da dieses Versprechen offensichtlich nicht wörtlich gemeint war, ist es gut möglich, das jenes von 2012 nicht das letzte war.

Aber auch ohne Sparpaket zahlen an der Bankenrettung über das ganz normale Steuersystem vor allem die Arbeitnehmer und Pensionisten, wie folgende Untersuchung ergab: http://wirtschaftskrise.blogworld.at/2012/02/17/politische-okonomie-des-steuersystems/ Dazu folgender Chart:

Steuer

Was ist nun die Moral von der Geschichte? Vorerst gar keine. Denn die österreichischen Banken mussten ja in der Konkurrenz zu deutschen, britischen und Benelux-Banken in Osteuropa ihr Glück versuchen. Und eine bürgerliche Regierung muss daraufhin die Banken mit unserem Geld auffangen. Aber was wir nicht müssen: Uns vorzumachen, dass Kapitalismus immer und von Natur aus sein muss.


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Politische Ökonomie des Steuersystems

Freitag 17. Februar 2012 von Martin

Kurz, prägnant, trocken …  das wesentlichste auf

2 Seiten Text / 7 Tabellen / 3 Charts: Steuersystem_AT.pdf

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wirtschafts_krise nr. 3 out now!

Sonntag 12. Februar 2012 von Martin

Vertragsverletzungsverfahren der EU gegen Ungarn: Gläubiger gegen Schuldner; plus: Die Sache mit den Fremdwährungskrediten; plus: Die soziale Lage in Ungarn – eine erste sozioökonomische Analyse

Drei, sorgfältig recherchierte Artikel mit vielen Fakten und Charts auf 28 Seiten : WK_Nr3

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Herr Scharinger ist nicht unser Mann (3)

Samstag 4. Februar 2012 von Martin

… Aber nicht nur er. Während es zum Berufsbild eines Premiers oder Finanzminister in EU-Europa zur Zeit gehört, gegen die jüngsten Bewertungskorrekturen einer Rating-Agentur zu wettern … Italiens Mario Monti sprach etwa von einem “Globalangriff auf die EU, den Europa mit vereinten Kräften abwehren muss” … ist es aus dem Munde des Primus der Linken (Deutschland) schon irgendwie eigenartig. Gregor Gysi: “Wir haben es gegenwärtig mit einem Krieg der Banken und der amerikanischen Ratingagenturen gegen die europäischen Völker zu tun“. Wenn bei Gysi nicht auch noch die Banken Gegenstand der Kriegserklärung wären – sein Statement wäre kaum von jenem der  Führer der abgewerteten Staatsschuldner unterscheidbar. Zumindest ist es nicht weniger patriotisch – geht es hier doch gar um einen Krieg gegen Völker, nicht nur gegen Staaten!

Angenommen es würde sich tatsächlich um eine Wirtschaftskrieg handeln, so bezögen die Linken Partei für “Ihren” bürgerlichen Staat, der nebenbei gar nicht so wenig mächtig ist, gegen jenen bürgerlichen von der anderen Seite des Atlantik. Diese Haltung nennt man landläufig einfach “Patriotismus” aber nicht “links”. Es fragt sich, wie die europäischen Staaten denn mit “ihren” Arbeitern, Rentnern und kleinen Leuten umgehen – entweder diese werden mit Sparpaketen ausgehungert oder sie sind es bereits. Alles die Schuld der Ratingagenturen? Vielleicht auch eine Frage, nach welchen Prioritäten die europäischen Staatsfinanzen funktionieren, welche Bevölkerungsklasse das Groß der Finanzierung trägt und wer dank Ausnahmeregelungen und Steuerberater schlank davonkommt. Kein Grund also, unsere Oberen aus der Pflicht zu nehmen.

Nein, auch Gregor Gysi ist nicht unser Mann!

Gysi - auch nicht unser Mann!

Gregor Gysi - auch nicht unser Mann!

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Herr Scharinger ist nicht unser Mann (2)

Freitag 27. Januar 2012 von Martin

Der Artikel http://kulturkritik.blogworld.at/2011/12/08/herr-scharinger-ist-nicht-unser-mann/ könnte eine Konkretisierung vertragen. Diese betrifft den Passus “Die Bewertungen der Ratingagenturen sind in der Tat für den Marktpreis der Staatsschulden sehr bedeutsam, aber erst nachdem und erst deswegen weil der Groß der Anleger nervös geworden ist. Hier wird gerne der Kausalität umgedreht: Nicht die Ratingagenturen bestimmen das Verhalten der internationalen Anleger, die zur Zeit aus dem EURO und aus dem EURO-Raum fliehen, sondern das Verhalten der Anleger spiegelt sich in den Maßstäben der Ratingagenturen wider.”
Genau genommen teilen sich die Anleger in zwei Lager: die ungebunden und die gebundenen. Die ungebundenen veranlagen Kapital frei, schnell und mit großer Masse. Dabei handelt es sich etwa um Investmentbanker. Sie bestimmen damit aggregiert auf einen Durchschnitt auch die Trendbewertung der Ratingagenturen, aber eben nicht eins zu eins. Die Agenturen rechnen dann noch einmal die volkswirtschaftlichen Daten nach, ob sich darin das Verhalten der freien Anleger widerspiegelt und bewerten dementsprechend.
Die Entscheidungen der ungebundenen Anleger ist dabei nicht „frei“ in einem metaphysischen Sinne. Sie unterliegen insgesamt den Druck von Angebot und Nachfrage an Geldkapital und prägen damit den Zins – in letzter Konsequenz und dauerhaft liegt dieser zwischen Null und der Höhe der industriellen Profitrate. Kurzfristig unterliegen die ungebundenen Anleger auch der Massenpsychologie, die sich aus einem Widerspruch zwischen individuellen Kalkül und kollektiver Wirkung ergibt.
Die Agenturen wiederum geben dem Druck der ungebundenen Anleger eher dann nach, wenn auch die volkswirtschaftlichen Daten in diese Richtung weisen. So gab es in dem letzten Jahr auch Beispiele, dass die ungebundenen Anleger deutsche Anleihen anders nahmen als die Bewertung der Agenturen. Es bedarf noch Auswertungen empirischer Daten – aber es scheint, die Ratingagenturen sind in ihren Bewertungen eine Spur konservativer als die ungebunden Anleger. Dazu kommt noch, dass die Anleger und die Agenturen, aber aus naheliegenden Gründen in erster Linie die Anleger nicht nur auf die reale Gegebenheiten von Angebot und Nachfrage an Geldkapital reagieren, sondern auch auf die Differenz zwischen realer und nominaler, die mit wachsender Geldmenge größer wird.
Die Agenturen wiederum geben die Linie für die dritte Instanz, den gebunden Anlegern, vor. Denn diese sind per Prospekt, Gesetz oder sonstiger Formalitäten gezwungen, ihre Veranlagungen in bestimmte Risikoklassen vorzunehmen. Auf diese Fraktion der Anleger haben die Ratingagenturen eine beträchtliche Wirkung, aber die Agenturen sind dabei – wie gerade dargestellt – keineswegs autonom. Die Wirkungskette lautet somit:

Angebot & Nachfrage >> Marktpreis >> Verhalten der ungebunden Anleger >> Agenturen >> gebundene Anleger >> Angebot & Nachfrage >> ect.

***

Die Debatte zwischen Ultraliberalen, die die Bewertungen der Agenturen als bloßes Abbild der Anleger sehen und etwa der Sozialdemokraten, die das Verhalten der Anleger als direktes Resultat der Agenturen sehen,  ist somit zu eindimensional und kann die Realität nicht ausreichend präzise abbilden.

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Industrieaufträge vs. Staatsverschuldung

Montag 16. Januar 2012 von Martin

Dieses Papier behandelt drei Fragen:

1) Wie, wie stark und wo genau gehen die Industrieaufträge in Europa zurück?
2) Ist der Rückgang der Industrieaufträge ein Konjukturfrühindikator oder noch bzw. nur ein Lagersättigungseffekt?
3) Gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen der Veränderung der Industrieaufträge und der Staatsverschuldung?

Lesen Sie hier: Industrieauftraege_und_Staatsverschuldung.pdf

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Die Inflation und die Schuldenkrise (2)

Sonntag 8. Januar 2012 von Martin

Beachten Sie dieses Video der EZB.  Ein kulturhistorisch interessantes Dokument, nicht nur dass die Leute als Dummies dargestellt werden, nett ist auch, dass an der Stelle 3.45 bis 3.54 die Mitarbeiterin am Empfang der EZB nicht antworten darf und stattdessen ein Krawattenträger daher kommt. Das, was dieser belabert, müsste ihm heutzutage, da die EZB die zukünftige Große Infaltion vorbereitet, die Schamröte ins Gesicht treiben. So zumindest hätte man dies früher gesagt. Aber sehen Sie selbst …

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Ungarn vs. EU/IWF, 4. Runde

Dienstag 3. Januar 2012 von Martin

Der westliche Gläubigerstandpukt ist keine Hilfe für die Demokratiebewegung in Ungarn!

Mit Vorgestern trat die neue Verfassung in Ungarn in Kraft. Mehr als 100.000 protestierten gestern gegen die antidemokratischen Züge des Verfassungswerkes. Gergely Nagy stellte dazu eine Fotoreportage auf Demotix.

Drei andere Fotoreportagen vom 2.1.2012: http://www.demotix.com/from/europe/hungary

Die Proteste in Ungern gegen die Einschränkungen der demokratischen Rechte durch die Regierung in Budapest sollten auf der Straße ohne Vorbedingungen unterstützt werden. Die Interventionen der österreichischen Banken, der EU, der IWF und zuletzt auch der USA gegen die Regierung Orban II hat allerdings ganz was anderes im Sinn als die Verteidigung von demokratischen Rechten. Hier geht es ganz prosaisch um die Finanz.

Auszug aus einem Artikel von Martin Seelos zu dem Konflikt:

Offensichtlich ist nun die vierte Runde im Konflikt zwischen Ungarn und der EU / IWF eingeläutet. Rekapitulieren wir: Die erste Runde wurde angesagt mit dem Widerstand der österreichischen Banken gegen die ungarische Bankensteuer. Das war im Frühjahr 2010. Die zweite Runde wurde eingeläutet mit dem Beginn der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im Jänner 2011. Die dritte Runde fand im September 2011 statt: „Enteignung!“ – so wurde in Österreich der Budapester Parlamentsbeschluss genannt, die Differenz zwischen dem ursprünglichen Wechselkurs und dem heutigen zwischen Forint und Schweizer Franken von den Schultern der kleinen Kreditnehmer zu nehmen.
In all diesen Fragen konnten die zwischen Duna und Thisza dominierenden österreichischen Banken die EU auf ihre Seite ziehen und gegen Ungarn intervenieren. Mittlerweile – und das betrifft die vierte Runde des Konflikts – werden die EU-Kommission, die EZB und das US-Außenministerium von sich aus zu aktiven Gegnern der ungarischen Regierungspolitik.
Aber weshalb? Während die demokratischen Kräfte in Ungarn von sich aus gegen die Einschränkung der Medien  und anderer repressiver Maßnahmen auf die Straße gehen,  hat die westliche Kritik an dem Kabinett Orban II einen anderen Hintergrund. Das mag für manche verwirrend oder verworren scheinen: Die neue ungarische Verfassung ist ein Ding, aber der Protest auf der Straßen gegen ebendiese richtet sich gegen den antidemokratischen Gehalt während der Protest aus dem Westen gegen ebendiese Verfassung sich gegen die Verringerung des Einflusses der Gläubigerländer auf Ungarn richtet. Somit unsere Schlussfolgerung: der eine Protest ist fortschrittlich und zu unterstützen. Der zuletzt genante ist reaktionär und vom Zinsinteresse diktiert.
Wem diese Einschätzung zu plakativ oder zu kühn wirkt, für dem gehen wir hier gerne etwas näher ins Detail. Vermutlich wird dann deutlich, was wir meinen. Als Anschauungsmaterial nehmen wir durchschnittliche Artikeln aus der Tageszeitung „Die Presse“.
Zuerst geht es um die Frage, ob Ungarn nun die bereits zugesagten Hilfskredite des IWF in Anspruch nehmen darf. „Budapest verhandelt momentan mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds, um eine Finanzierungslücke im kommenden Jahr zu schließen, die Experten der UniCredit mit zehn bis 15 Milliarden Euro beziffern. Die Finanzmärkte sind keine Option, denn Ungarns Kreditwürdigkeit wurde zuletzt von Standard and Poor’s auf Ramschniveau herabgestuft – mit negativem Ausblick. (…) In Brüssel und Washington gibt es bereits konkrete Vorstellungen, welche Gesetzesvorhaben vom Tisch müssen, bevor das Geld überwiesen werden kann. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso stößt sich daran, dass Orbán die heuer in Kraft getretene Flat Tax von 16 Prozent in einem Verfassungsgesetz festschreiben hat lassen. Geeint in ihrer Ablehnung sind EU und IWF, was die geplante Reform der ungarischen Notenbank betrifft. Demnach sollen die Kompetenzen der Institution bei der Bestellung der Vizegouverneure beschränkt werden. Kritiker befürchten, dass sich die Regierung so den Durchgriff auf die Notenpresse sichern möchte. Auch das Notenbankgesetz soll trotz aller Bedenken in den Verfassungsrang gehoben werden.“1
Dass die Notenbanken ihre Unabhängigkeit von der Politik verlieren könnten, weil der Vize von der Regierung delegiert werde … dieser Vorwurf von Seiten der EU, EZB und USA ist wohl ein schlechter Scherz! Die amerikanische Notenbank FED musste auf Geheiß der amerikanischen Regierung seit einigen Jahren US-Staatsanleihen in Milliardenhöhe kaufen.2 Die EZB muss für die EU die Kastanien aus dem Feuer holen und griechische und andere südeuropäische Staatsanleihen am Sekundärmarkt sowie dubiose Kreditsicherstellungen akzeptieren, um die griechischen Banken zu refinanzieren. Glauben Sie allen ernstes, das würde eine tatsächlich unabhängige Bank tun? Notenbanken sind – auch wenn sie formell auf unabhängig tun – immer politisch von den Staaten, für die sie das Geld herstellen abhängig. Das ist ihr Daseinszweck.
Auch in den 2000er Jahren vor der Weltwirtschaftskrise, als sich die EURO-Europa es sich leisten konnte, die EZB an der langen Leine der Bundesbank zu halten, bestand die öffentliche Kommunikation zwischen Notenbank und Politik in einem netten Spielchen: Wollte die Politik etwa eine Erhöhung der Leitzinsen, äußerte sie sich bewusst zurückhaltend, damit die EZB bei der darauf folgenden Pressekonferenz die Erhöhung der Leitzinsen bekannt geben konnte. Wenn umgekehrt, dann umgekehrt. Eine „echte“ Unabhängigkeit einer Bank besteht immer nur so weit sie über eigens Kapital als Eigentum verfügt. Das Kapital der EZB etwa wird jedoch durch einen von der politischen Sphäre bestimmten Schlüssel zwischen den Teilnehmerländern gestellt.
Glauben Sie, es stehen keine handfesten politischen Interessen dahinter, wenn bis heute zwei Konkurrenten, Jörg Asmussen und Benoît Cœuré um den Posten des Chefvolkswirt der EZB rittern? Es wurde dann der Belgier Peter Praet – was selbst die bürgerliche Presse als – wörtlich – „Postenschacher“ bezeichnete. Zur Zeit übrigens ähnlich wichtige Personalfragen bei der FED: „Für Überraschung sorgte Barack Obamas Vorschlag für die zwei vakanten Posten im zwölfköpfigen Vorstand der US-Notenbank Federal Reserve. Neben dem Demokraten Jeremy Stein nominierte der US-Präsident den eingefleischten Republikaner Jerome Powell. Der Investmentbanker gehörte in den 1980er- und 1990er-Jahren dem Finanzministerium unter George H. Bush an. Er gilt als „Falke“, der sich stets gegen staatliche Hilfspakete und für eine restriktive Geldpolitik ausspricht, um die Inflation niedrig zu halten. Die Nominierung Powells sorgt deshalb für Spekulationen, wonach die Federal Reserve 2012 ihren Kurs ändern könnte. Bislang gab Ben Bernanke klar die Richtung vor.“3
Haben Sie das auch gelesen: Obama nominierte Powell, so wie übrigens auch Bernanke selbst ohne den Präsidenten der USA nicht in der FED wäre (Modus: Vorschlag des Präsidenten an den Kongress, dieser wählt den FED-Gouverneur.) Ja, der Vorwurf des Westens an Ungarn, dass die Notenbanken ihre Unabhängigkeit von der Politik verlieren könnten, weil der Vize von der Regierung delegiert werde … dieser Vorwurf von Seiten der EU, EZB und USA ist ein schlechter Scherz!

(1) http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/719986/USA-und-EU-nehmen-Ungarn-in-die-Zange

(2) „Seit Mai 2010 hat die Zentralbank damit Anleihen von klammen Eurostaaten wie Italien und Spanien im Gesamtwert von 211,5 Mrd. Euro gekauft.“ Die Presse, 3. Jänner 2012.

(3) http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/720028/Fed_Die-Tauben-werden-siegen

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Die Inflation und die Schuldenkrise (1)

Sonntag 1. Januar 2012 von Martin

http://www.unet.univie.ac.at/%7Ea8502196/Wirtschaftskrise/Inflation_und_Schuldenkrise.pdf

Die Inflation und die Schuldenkrise (1)

Wieder einmal war es die Deutsche Bank, die sich verblüffende Offenheit leistet: „Der Chefvolkswirt der größten deutschen Bank rechnet „ … unter anderem mit folgendem … „Die Staaten wiederum würden ihre Schulden nur durch erhöhte Inflationsraten abtragen können, ist der Experte überzeugt. (…) „Die EZB wird das Problem ähnlich lösen wie die amerikanische Fed – sie wird einen Teil der Schulden weginflationieren.

So deutlich haben wir diese Lösung der Schuldenkrise noch von keinem Vertreter des europäischen Kapitalismus vernommen. Ansonsten können wir nur darauf verweisen, dass dieses Szenario – Inflation wird von der EZB vorbereitet und die Inflation wird die Schulden zum Teil weginflationieren – bereits …

… den ganzen Artikel von Martin Seelos (http://wirtschaftskrise.blogworld.at/) lesen: Inflation_und_Schuldenkrise.pdf (4 Seiten)

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Die tatsächliche Größe der Finanzbranche

Sonntag 18. Dezember 2011 von Martin

Entgegen beliebten Darstellungen wie folgende …

… ergibt eine sorgfältige Zuordnung der Kategorien der VGR in jene der politischen Ökonomie folgendes Bild:

… die “Finanzindustrie”, also ein Teil der value transfers (Wertetransfers), nimmt noch immer bloß knapp 10% des BIP-Derivates Output by Industries ein.

Die genaue Ableitung und den ganzen Artikel (27 Seiten, 17 Charts) lesen: Diskussion zur Profitrate 11

***

siehe auch: 10 weitere Beiträge zur Profitratendiskussion.

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Kategorie: Indices, Profitraten | Keine Kommentare »

Chart der Woche: Industrieaufträge gehen zurück

Montag 12. Dezember 2011 von Martin

Neue Rezession in Europa kündigt sich an:

In der EU und im Euroraum gehen auch im Quartal 3 dieses Jahres die Aufträge für Industrie und Gewerbe zurück, wie unsere letzte Auswertung der EUROSTAT-Zahlen ergab. Hier sehen Sie die Veränderungsraten pro Quartal für die europäischen Länder, die EU und den Euroraum (einfach mit einem Klick auf das Bild vergrößern):

Dieses Kabelgewirr – eine Legende hätte hier auch nichts mehr geholfen – zeigt uns eines: Nach der rapiden Abnahme im Zuge der Weltwirtschaftskrise 2008/Q4 und 2009/Q1 ging es mit den Aufträgen wieder bergauf. Aber seit 2010 gehen die Zuwachsraten der Industrieaufträge wieder zurück und 2011 nahmen die Aufträge in vielen Länder sogar ab. Gehen die Aufträge zurück, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch die Industrieproduktion selbst nach einiger Zeit zurückgeht – dann nämlich, wenn auch der Überhang an älteren Aufträgen abgearbeitet ist und weniger neue hinzukommen.

Dieser Chart zeigt Ihnen nun den Graph für die EU-27 …

… und hier haben wir den Trend (lineare Regression) seit dem ersten Hoch nach der Weltwirtschaftskrise, das war das Quartal 3 von 2009, bis zum Quartal 3 von 2011 herausgearbeitet. Und zwar sowohl für die EU-27 als auch für den Euroraum:

Einfach auf das Bild klicken, um es zu vergrößern.

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Notenbanken fluten die Märkte

Donnerstag 1. Dezember 2011 von Martin

Die EZB zwischen Schuldenkrise, Liquiditätskrise und Inflationsgefahr

Am Mittwoch haben die Europäische Zentralbank (EZB) sowie die Notenbanken der USA, Kanadas, Japans, der Schweiz und Großbritanniens bekannt gegeben, dass sie in einer konzertierten Aktion die Märkte mit Liquidität (also de facto mit „frisch gedrucktem“ Geld) fluten werden, um Liquiditätsklemmen zu vermeiden.

Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen, dass die EZB angesichts der dramatischen Lage der Eurozone ihre Vorbehalte gegen eine direkte Staatsfinanzierung durch die Notenpresse aufgeben könnte. Das würde die Inflationsgefahr dramatisch erhöhen, gilt aber unterdessen selbst unter deutschen Wirtschaftsexperten als letzte Möglichkeit, den Zusammenbruch der Eurozone zu vermeiden.

Es geht also um zwei unterschiedliche Dinge: Um die Löschung der Liquiditätskrise und um die Milderung der Schuldenkrise. Weshalb wurde dies nun so dramatisch notwendig?

… den ganzen Artikel lesen (8 Seiten)

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OECD: Forecast 2012

Mittwoch 30. November 2011 von Martin

Nach dieser Einschätzung wird das Wachstum der Weltwirtschaft um 0,4% zurückgehen; die Eurozone befindet sich bereits de facto in einer Rezession, das wird auch 2012 so bleiben.

(Reuters:) Its twice-yearly Economic Outlook forecast that world growth would slow to 3.4 percent in 2012 from 3.8 percent this year.  That marks a sharp fall from its previous outlook in May, when the OECD estimated the world economy would grow 4.2 percent this year and 4.6 percent in 2012. Separately forecasting global growth of 3.5 percent in 2012, Morgan Stanley warned in a report that, in a worst case scenario, policymakers’ inaction in both Europe and the United States could lead to much lower growth of 1.9 percent, with recessions in many major economies. Struggling to contain an unprecedented debt crisis, the euro zone has already entered a recession and will eke out growth of only 0.2 percent in 2012, the OECD said, slashing its forecast from 2.0 percent in May. (PARIS | Tue Nov 29, 2011 4:41pm EST)

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Hayek oder Keynes

Donnerstag 17. November 2011 von Martin

nicely made by: http://econstories.tv/

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Keynes oder Marx

Montag 7. November 2011 von Martin

Die Verwechslung des Herrn Winkler

In Zeiten der Krisen ist Wirtschaftsjournalismus ein populäres Geschäft. Während dieser Tage die Großen der EU um einen Ausweg aus der Schuldenkrise feilschten … meint Herr Hans Winkler, ehemals Redakteur der Kleinen Zeitung, in der Presse: „Die Einsicht in die wahren Ursachen der Weltlage, die sie beklagen, wird den jungen Protestierern von ihren vorgeblichen Freunden vorenthalten.“ meint Herr Winkler zu den jüngsten Occupy-Demonstrationen. „Die Schuld einfach auf die „Märkte“ zu schieben, ist natürlich bequemer. Da hat man den Feind der Menschheit gleich benannt. Es wäre natürlich bedeutend schwieriger, den Zusammenhang von Geldkrise und überbordender Staatsverschuldung in fast allen Industrieländern zu erklären. „Nirgends, außer vielleicht in Burma oder an der Harvard University, glaubt man im Ernst daran, dass es eine Alternative zur Marktwirtschaft gibt“, schreibt der ehemalige italienische Außenminister Antonio Martino sarkastisch. (…) Die Rezepte der Linken. Viele Intellektuelle finden Gefallen an der Krise. In einem Anfall von bürgerlichem Masochismus bekennen plötzlich reihenweise die Redakteure des Feuilletons der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ im Gefolge ihres Chefs Frank Schirrmacher, sie hätten sich geirrt, die Linke habe doch recht gehabt. Wobei, muss man da sogleich fragen. Die Linke und eine Heerschar von Schriftstellern und Essayisten hat zur Analyse der Finanz- und Wirtschaftskrise nichts beigetragen außer der Beschwörung der Krisentheorie von Karl Marx. Es sind genau die Rezepte der Linken – nämlich die unentwegte Schuldenpolitik zur angeblichen Stimulierung des Arbeitsmarktes und des Konsums – die in die Krise geführt haben.

Offensichtlich mag Herr Winkler die Demonstrationen nicht. Doch verführte diese Emotion den Autor offensichtlich dazu, die Schwierigkeit ökonomischer Zusammenhänge als uneinbringliche intellektuelle Hypothek … den ganzen Artikel (8 Seiten) lesen:

Die_Verwechslung_des_Herrn_Winkler.pdf

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Chart der Woche: little gap

Samstag 5. November 2011 von Martin

Ein gerne geübter Vergleich zwischen Finanzwirtschaft und Realwirtschaft ist die Gegenüberstellung etwa des DJIA zum BIP. Damit soll das Auseinanderdriften zwischen beiden als Grund für die Weltwirtschaftskrise illustriert werden. Und tatsächlich sieht der Dow Jones im historischen Maßstab beeindruckend aus:
Allerdings ist so der Punkteindex mit dem BIP nicht unmittelbar vergleichbar. Wenn, dann müsste der Vergleich in derselben Maßeinheit erfolgen. Also etwa Umfang des Börsenhandel (blau) und des BIP (rot) in Milliarden US-Dollar zu nominalen Preisen:
Auch dieser Vergleich – hier auch mit den Trendlinien – muss ins rechte Licht gerückt werden, da die USA ein Finanzplatz ist, der leihbares Geldkapital der ganzen Welt anzog. Der aussagereichere Vergleich ist daher: Welt-BIP vs. Welt-Börsenhandel in Mrd. US-Dollar (zu nominalen Preisen):
Hier ist der Abstand zwischen der absoluten Masse des Börsenhandels und dem BIP schon zusammengeschrumpft: “little gap” sozusagen. Und hier könnte man auch noch weitergehen. Begreift man nämlich den Primärhandel im Gegensatz zum Sekundärhandel als eine Art von Kredit an die börsennotierten Unternehmen, dann ist nach K. Marx, Das Kapital, Dritter Band, die Kreditgröße bloß der Gebrauchswert der Ware und der Zins der Preis (Tauschwert) dieser Ware. nehmen wir als langfristigen ROI ca. 10%, dann ist die blaue Linie bereits unter der roten …

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Der Metallerstreik, 3. Teil

Samstag 22. Oktober 2011 von Martin


Inhalt: Das Leck im Kollektivvertrag; Gerecht oder Ungerecht?; Kann es überhaupt einen gerechten KV-Abschluss geben?; Was ist teuer?; Österreich ein Hochlohnland?; Der Griechenland-Faktor; Anhang: Charts

Der Metallerstreik, 3. Teil

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Der Metallerstreik, 2. Teil

Dienstag 18. Oktober 2011 von Martin


Inhalt: Die selbstverschuldete Niederlage; Die Sache mit der Sozialpartnerschaft

Der Metallerstreik, 2. Teil

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Der Metallerstreik, 1. Teil

Montag 17. Oktober 2011 von Martin

Inhalt: Die Formel 5,5; der Schmäh mit der Einmalzahlung; Die Gewerkschaft darf diesmal nicht nachlassen; Kampf der Argumente, Gute und schlechte Argumente

Der Metallerstreik, 1. Teil

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*DAY OF ACTION * 15th October 2011

Freitag 14. Oktober 2011 von Martin

*DAY OF ACTION * 15th October 2011

15 Uhr Westbahnhof, 1150 Wien

Text übernommen von den Veranstaltern:

15. Oktober! – Internationaler Aktions-Tag für den Globalen Wandel weltweit – und auch in Wien
Wir sind normale Menschen. Wir sind wie du: Menschen, die jeden Morgen aufstehen, um zu arbeiten, zu studieren, einen Job zu finden…
Wir schließen uns dem weltweiten Aufstand an, aus uns selbst heraus, aus der eigenen tief empfundenen Betroffenheit angesichts der gesamt-gesellschaftlichen Perspektiven, die sich uns rund um präsentieren.

Am 15. Oktober erhebt sich die Zivilgesellschaft und fordert ihre Rechte ein! Wir erheben uns und kämpfen um unsere angestammte Würde jenseits von Markt und Geld!

12 Uhr: Beginn mit einem Redekreis auf dem Heldenplatz
15 Uhr: West-Bahnhof – DEMO
19 Uhr: Grosse Versammlung auf dem Heldenplatz

Wir erheben uns:
…gegen Korruption und Manipulation von Politikern durch Banker und andere Mächte
…gegen soziale Kürzungen
…gegen den Bildungs-Abbau
…gegen die Demontage des Gesundheits-Systems
…für eine echte Partizipation des Volkes in den politischen Entscheidungs-Prozessen
…für eine bessere Gesellschaft
…für eine Welt, in der wir alle in Würde leben können und die gleichen Chancen haben


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Ungarn und die angebliche „Enteignung“ der österreichischen Banken

Mittwoch 21. September 2011 von Martin

Was steckt hinter dem neuen Ungarn-Bashing?

Das Vorhaben der ungarischen Regierung die zuletzt um fast 100% verteuerten Fremdwährungskredite zu einem fixen Währungskurs handeln zu lassen, provozierte einen Aufschrei der Empörung der großen Österreichischen Banken. „Zeter und Mordio“ würde Eric Ambler in einem seiner Politthriller dazu sagen. Zurück zum Tagesgeschehen: Selbst die Staatsführung der Republik Österreich reichte gegen Ungarn Protest ein. In seltener Gemeinsamkeit von ÖVP und SPÖ wurde auch bei der EU interveniert, die Rettung der verarmten Kreditnehmer doch zu verhindern. Wie bitte? Ja, ÖVP und SPÖ interveniert bei der EU, die Rettung der verarmten Kreditnehmer vor dem Bankrott zu verhindern. Um was geht es da eigentlich?

Hier weiter lesen: Ungarn_und_die_Enteignung.pdf

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